Montag, 10. Oktober 2016

Ganz oft tanken

Nach unserer zweiten Nacht in der Bay Of Islands fuhren wir in das Ortszentrum von Paihia und entdeckten zuerst, dass dort ein Markt eröffnet war, welchen wir uns bei dem schönen Wetter und so viel Zeit natürlich anguckten.

Danach gingen wir wie geplant zum Kayakverleih und mieteten uns ein Doppelkayak für zwei Stunden bei sehr schönem Wetter. Auf dem Meer wurde es zwar oft sehr windig, sodass man die starke Sonneneinstrahlung kaum gemerkt hat, aber wir waren eingecremt (keine Sorge Mama's)! Beim Kayak fahren durchfuhren wir zwei Restaurants, die quasi auf einem riesigen Steg platziert waren und direkten Blick auf das Meer und die kleinen Inseln hatten. Da wir vorhatten am selben Tag noch ziemlich lange Auto zu fahren, dachten wir uns, wir gönnen uns mal den schönen Restaurantbesuch und essen Fisch. 

Und schon machten wir uns auf in den voll mit Schafen zugestellten Norden, wo unser Ziel der nördlichste Punkt Neuseelands, Cape Reinga, war. Also fuhren wir den ziemlich eintönigen, sehr grünen aber auch langweiligen Weg zum nördlichsten Campingplatz, der uns Dank dem Sonnenuntergang, den Klippen und dem rauschenden Meer sehr beeindruckte. Außerdem war wieder einmal Ebbe und der Fluss gleich am Campingplatz war nicht mal halb so groß wie eigentlich, weswegen wir natürlich eine Weile in dem pupswarmen Wasser des Flusses spazierten und auf Fische hofften. 

Nach unserem Abendbrot bemerkten wir ein Tier, welches definitiv nicht an diesen Ort gehörte, denn die Schafweiden waren alle viel weiter weg. Doch es war tatsächlich ein Lamm, welches sich einfach wie ein Haustier neben die anderen Zelte legte. 

Am nächsten Morgen hatte uns das gute Wetter zuerst leider wieder verlassen, was unsere Vorfreude auf schöne Bilder vom Cape Reinga nicht gerade steigen ließ. Es blieb aber wenigstens trocken, als wir zum Leuchtturm liefen. 
Auf der linken Seite konnten wir das Ende vom 90 Mile Beach sehen, geradeaus trafen die Tasmansee und der Pazifik in Form von Wellen aufeinander und direkt davor der berühmte Leuchtturm. Mehr war es auch nicht, aber immerhin waren wir am nördlichsten Punkt Neuseelands.
Zurück am Parkplatz trafen wir zwei erwachsene deutsche, die wir bereits in Whangaparaoa getroffen hatten und hielten ein Schwätzchen. Am selben Vormittag fuhren wir wieder Richtung Süden Whangarei, da es dort im Norden leider weniger zu sehen gab als gedacht. In Whangarei gingen wir in der öffentlichen Dusche duschen, die wir bereits kannten und überlegten uns wo wir übernachten wollen, da wir Whangarei nun schon kannten. Also fuhren wir zu einem Campingplatz in Ruakaka, was ein paar Kilometer südlich von Whangarei liegt. Dort probierten wir zum ersten Mal Kartoffeln zu machen mit Ei und Fleisch, doch wir müssen zugeben, es war wohl das schlechteste Essen, dass wir je gekocht haben, was aber auch an der blöden Pfanne lag, die wir dann kurzerhand entsorgten. 

Am nächsten Tag durchquerten wir dann (wieder bei diesigem Wetter) Auckland und fuhren bis nach Hamilton, was sich als eine sehr schöne und ziemlich große Stadt rausstellte. Nach ein paar Besorgungen im Warehouse fuhren wir zu einem See, an dem wir beschlossen eine Nacht zu bleiben und an dem wir zwei Jungs wiedertrafen, die uns bereits im Warehouse auffielen, da sie deutsch sprachen.  Mit den beiden unterhielten wir uns den ganzen Abend nett und machten außerdem Bekanntschaft mit einem jungen Paar, das neben uns parkte und wir tauschten Erfahrungen und Tipps aus. Achso und Dustin angelte aber fing nichts. Aber das mit dem angeln müssen wir ja nicht immer hier rein schreiben, denn Dustin angelt an jedem Gewässer, das wir sehen. 


Da wir bereits mit Ki und Chloe von der Website Wwoof abgemacht haben, dass wir am Montag zu Ihnen nach Mangakino kommen, hatten wir nun den ganzen Samstag und Sonntag Zeit, das diesmal schöne Wetter zu genießen. Aus irgendeinem Grund, wir wissen selber nicht genau, warum wir darauf Bock hatten, gingen wir in den Zoo von Hamilton, da wir dachten, es gibt dort bestimmt Tiere zusehen, die es nicht in deutschen Zoos gibt. Das stimmte leider nicht, aber trotzdem war es das Geld wert, da wir sehr viele Jungtiere sahen und die wahrscheinlich beste Affenshow gesehen haben. 
Hier die Story: Sanda ist die Affenmutter des Jungtiers und Luca ist der Vater. Luca hat einen Bruder namens Lucifers. Alles war friedlich und Dustin und Anni hatten eigentlich nur Augen für Sally, welche die ganze Zeit auf einer Decke lag und Yoga Übungen machte! Doch plötzlich fasste Lucifer das Jungtier zum ersten mal an, weswegen Sanda ein wenig ausrastete. Dann ging plötzlich Luca auf Lucifer los und jagte ihn ca eine viertel Stunde. Was das ganze aber so aufbrausend machte, war, dass Lucifer nicht aufhörte wie ein irrer zu schreien. Die Tierpflegerin begründete es so, dass Lucifer einfach eine Drama Queen sei. Wir und all die anderen Besucher beobachteten also eine halbe Stunde lang das Affentheater und waren froh, so viel Glück gehabt zu haben, so etwas zu sehen. 


Es war also ein aufregender Tag und es war das Geld wert! 
Am Sonntag dann wussten wir nicht so richtig was mit uns anzufangen und fuhren die Gegend ab und stiegen ziemlich oft aus am Waikato River, der sehr lang und breit war und uns schöne Aussichten bescherte. 


Dann beschlossen wir schon rein nach Mangakino zu fahren und waren etwas entsetzt wie winzig dieser Ort war. Trotzdem blieben wir die Nacht dort an dem Campingplatz und es ist das Unglaubliche passiert. Dustin fing wieder ziemlich schnell seine erste Regenbogenforelle in Neuseeland und der Abend war gerettet. Gleichzeitig schrieben wir mit Ki und erzählten ihm davon, dass wir nicht wissen, wie man einen Fisch so präpariert,  dass man ihn essen kann. Daraufhin sagte er uns, dass Chloe uns das zeigen könnte, wenn wir bei Ihnen sind. Am nächsten Morgen holte uns der super entspannte und lustige Ki am Campingplatz ab, spendierte uns einen Eistee und quatschte mit uns am See. Er ist ursprünglich britisch und Chloe ist Französin. Wir waren von beiden total begeistert, da sie so locker sind und wir uns gleich super verstanden haben. Gestern nachdem wir bei deren Haus ankamen, deren zwei Katzen Flip und Flop und den Hund Jes beschmusten, erzählten sie uns Ihre Pläne. Wir werden einen Gemüsegarten bauen und dürfen mitentscheiden, welches Gemüse angebaut werden soll, denn sie sagten, wir sollen am Ende unserer Reise nochmal herkommen und uns das fertige Gemüse abholen. 
Jedenfalls begannen wir gleich eine bestimmte Fläche zu entgrasen und alle Wurzeln zu entfernen. Außerdem durften wir mit dem Traktor fahren und hatten abends sehr lange Gespräche und super leckeres Essen und Dessert! Wir fühlen uns hier sehr wohl und werden wahrscheinlich 1-2 Wochen hier bleiben. Heute Abend nach der Arbeit wollen die beiden mit uns nach Roturua fahren und Mountainbike fahren gehen. Wir sind sehr gespannt auf die Arbeit und die Erlebnisse, die wir mit diesen netten Leuten teilen werden und berichten bei unserem nächsten Bibliothekbesuch mehr! 

Freitag, 30. September 2016

Da wir gerade in einer Bibliothek in Whangaparaoa sitzen, nutzen wir die Zeit kurz Bescheid zu geben, dass wir die erste Nacht in unserem Auto gut überstanden haben, auch wenn es bequemere Betten gibt. 
Aber zurück zur Abreise: Auf unserem Plan stand auf jeden Fall noch ein Bankkonto zu eröffnen, da es uns sonst nicht möglich ist, hier zu arbeiten. Da sich dieser Akt nun etwas in die Länge zieht, da die Bank eine Adresse benötigt (wir aber keine haben und Norma's Adresse angegeben haben), werden wir in ca. einer Woche nochmal nach Auckland fahren und das Konto eröffnen. Nachdem wir dann (in strömenden Regen) ein paar Lebensmittel für unseren Campingausflug besorgten, ging es nun erstmal zu einem süßen Angelladen in Auckland, wo Dustin halbwegs günstig ein wenig Zubehör für seine Angel bekam. Direkt im Anschluss ging es im Berufsverkehr auf die Autobahn Richtung Norden (Whangarei). Wir hatten uns ein paar mögliche Orte zum Übernachten vorher rausgesucht und landeten am Ende ungewollt in Whangaparaoa bzw. Gulf Harbour, was sich jedoch als eine wunderschöne Gegend herausstellte. Durch das blöde Wetter und die näher kommende Dunkelheit sind die Fotos leider dementsprechend unspektakulär. Trotzdem waren wir auf irgendeine Weise total glücklich, angekommen zu sein, direkt am Meer (mit vielen Fischen) und uns endlich unser Abendbrot zu kochen. Also holten wir die Campingkocher raus und versuchten ziemlich lange dafür zu sorgen, dass die Flamme bei dem dollen Wind nicht ausgeht und das Nudelwasser zu kochen beginnt. Die Taschenlampe kam uns dabei sehr zugute. Wir kamen uns dabei ziemlich komisch vor, da außer uns fast nur gut ausgetstattete Wohnwagen da waren und wir am umständlichsten unser Essen machten. Am Ende schmeckte es aber sehr gut und wir konnten satt unser Bett im Auto ausprobieren. 


Angelladen "Marine-Deals"


Richtung Whangarei


geheimer Campingplatz



Taschenlampe-Halterin


alle alle

Time to sleep

Mittwoch, 28. September 2016

In den nächsten Tagen führte uns die Neugierde und das bessere Wetter in die Innenstadt Manukau's. Dort war wesentlich mehr los und wir lernten die Hauptverkehrsadern kennen. (Dies kam uns später nämlich zugute.) Als wir in Manukau City dann einen riesen Supermarkt namens "Countdown" sahen sind wir natürlich sofort hinein gestürmt und sahen eine verblüffende Ähnlichkeit zu Kaufland. Danach sind wir bestimmt noch 7-8km gelaufen um wieder zu hause anzukommen. Dabei entdeckte Dustin erfreulicherweise einen Wels in einem Teich des Parks von Manukau. Es lief also gut für uns, denn trocken blieben wir auch.

Da wir inzwischen genug Geld abgehoben hatten, um dies zu Doro und Darren von KiwiCruiseControl zu bringen, stieg unsere Freude auf das Auto immer mehr. Es sollte ein Toyota Estima 1994 sein, der somit älter als Dustin ist und uns auf unserer Reise treu begleiten soll. 
Bei Doro und Darren pünktlich in Takanini angekommen durften wir schon unser Auto bestaunen und erhielten viele Informationen darüber, wie nun der bürokratische Kram abläuft, wie man sein Auto durch Öl-und Wasser-Checks im Stande hält und was wir alles an Campingutensilien aus dem Lager mitnehmen dürfen (für lau). 
Doro ist eine sehr angenehme deutsche Frau und hat uns ein gutes Gefühl gegeben. Wir dürfen die beiden immer anrufen und um Rat fragen, falls irgendeine Kleinigkeit kaputt gehen sollte oder das Auto komische Geräusche macht. Darren zeigte uns dann noch alles wichtige unter der Motorhaube und wie der Wagen funktioniert. Nachdem wir dann noch alle halbwegs hübschen Dinge aus dem Lager eingepackt haben (Gaskocher, Besteck, Geschirr, Kisten, Waschmittel, Regencapes etc.) gab es sowohl für Anni als auch für Dustin eine kleine Probefahrt und wir wurden beide als gute Fahrer von Doro und Darren eingestuft! Somit konnten wir überglücklich und vollkommen unabhängig losdüsen und uns auf dem Nachhauseweg schonmal an den Linksverkehr und den Automatikwagen gewöhnen. Es ist auf jeden Fall einfacher als gedacht. 
Ab morgen werden wir unseren alten Campervan dann einweihen, für 1-2 Wochen darin schlafen und Richtung Norden (Whangarei) fahren. 


warten auf den Bus Richtung Takanini



angekommen bei KiwiCruiseControl 
das Campingzubehör-Lager 1

das Campingzubehör-Lager 2

der Ort an den Dustins Augen zuerst hingingen :D

5m lang, silber, 21 Jahre alt - passt 




erstmal tanken

in Manukau bei Norma

in Manukau bei Norma



Sonntag, 25. September 2016

Anreise

Nach vielen Tränen und gemischten Gefühlen stiegen wir Donnerstag Abend nun in den ersten Flieger Richtung Wien und dann weiter nach Bangok. Vier Stunden Aufenthalt waren allerdings kein Problem, denn die Zeit verging allein schon dadurch, eine Pizza zu essen und den riesigen Flughafen einmal abzulaufen, was zudem sehr gut getan hat nach 9,5 Stunden im Flugzeug sitzen!
Bangok Flughafen
Es beginnt lautstark an, zu piepen bei fertiger Pizza

außergewöhnlicher Klobürstenersatz...

Die Freude und Aufregung stieg als wir in dem letzten Flieger nach Auckland saßen. Nach ein paar Stunden Schlaf konnten wir den Sonnenaufgang am anderen Ende der Welt aus dem Flugzeug genießen und kamen ein wenig später auch schon in Auckland an und machten uns erste Gedanken, wie wir nun zu unserer Gastmama Norma kommen, die im neuseeländischen Blankenburg "Manukau" wohnt. Wir fanden heraus, dass am Flughafen ein Bus direkt bis Manukau fährt und beschlossen, diesen zu nehmen und danach Anwohner zu fragen, wie wir zu der gewünschten Adresse kommen. Als wir irgendwo in Manukau (das größer ist als gedacht) ausstiegen, begann es zu regnen und ein Taxi kam uns (wie das Schicksal es wollte) entgegen. Also dachten wir nicht lange nach und ließen uns mit Taxi direkt vor Norma's Tür fahren. 
Bereits während der Fahrt waren wir ganz angetan von der Wohngegend, da die Häuser alle sehr groß sind und 3-7 Autos in jeder Einfahrt normal erschienen. 
Voller Dankbarkeit und 12 Dollar ärmer klingelten wir bei Norma, dessen Mann bereits unser Zimmer fertig machte. Wir wurden direkt freundlich begrüßt und durften das Haus und unser eigenes kleines Bad erkunden. 



Nachbarschaft

nur 3 Autos

geradeaus zu Norma




Als wir ankamen war es 13 Uhr und der ganze Tag lag noch vor uns. Da es aber bereits immer doller regnete und gar nicht mehr aufzuhören schien, waren wir etwas verzweifelt, da wir ziemlich Hunger hatten und davon ausgingen, dass die Läden Sonntags, also am nächsten Tag, zu haben. Also suchten wir uns im Internet einen Supermarkt, der ca. 3km entfernt von Norma war und beschlossen trotz Regen los zugehen, da wir ja keine andere Wahl hatten. Doch gerade als wir unsere Regenhosen- und Jacken anhatten, ging die Welt draußen komplett unter und es war nicht möglich einen Fuß rauszusetzen, weswegen wir beschlossen, zu warten bis der Regen wenigstens weniger wird. Das geschah leider nicht und wir schliefen beim Warten gegen 16 Uhr ungewollt ein und wachten erst am nächsten Tag gegen 7 Uhr morgens wieder auf. Das war wohl der Jetlag :D 
Wir waren zwar ausgeschlafen, aber der Regen hat scheinbar die ganze Nacht nicht nachgelassen. Nachdem wir erfreulicherweise herausfanden, dass die Läden hier auch Sonntags offen haben, trieb uns unser Hunger nun trotz Regen zum Supermarkt. Dort verglichen wir Preise und erkundeten alles genau. Als Dustin 900 Gramm Rumpsteak sah, welches umgerechnet nur 8 Euro gekostet hat, war die Freude riesig, da wir davon ausgingen, uns während unseres Neuseelandtrips kein Fleisch leisten zu können. 
Letztendlich kauften wir erstmal für die Woche nur Toast, Butter, Nudeln, ein paar Würste und ein wenig Hühnchenfleisch. Ach UND OBST, was sich als eine richtige Entscheidung herausstellte, da ein saftiger Apfel nach dem trockenen Toast sehr gut tat.